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Best Practice: Medienkompetenz re:learned

research & education
8 May 14:15 - 14:45
30 minutes
beginner
German
talk

Thesis:

Nachdem Medienkompetenz längst nicht nur die – wenn auch kritische – Integration von neuen Medien in den Alltag meint, sondern längst auch deren Implementierung in Bildungsprozesse, sind eine Menge spannender Praxisprototypen dabei herausgekommen. Wir stellen 3 Best-Practice-Projekte vor:

Beschreibung:

Geschichte erleben: Zwischen Moosgeruch und Mauersteinen

Guido Brombach

Politische und historische Bildung muss nicht langweilig, sondern kann auch erlebnisorientiert sein. Dies wird sie durch multimediale Verknüpfung realer Orte mit ihrem digitalen Pendant, zeitgeschichtlichen Dokumenten und Emotionen. In der App zum ortsbasierten Historykrimi "Todesfall an der Mauer" wird mit Augmented Reality experimentiert. Es ist der Versuch, die komplizierten Rahmenbedingungen der Teilung erfahrbar zu machen und dabei eine politische Einordnung jenseits von Stereotypen zu ermöglichen.

"Todesfall an der Mauer" begleitet die tragischen Umstände der Geschichte  des Grenzgängers Rudolf Müller. Dieser wird durch die Mauer von seiner Frau und seine beiden Kinder getrennt, die in Ostberlin leben. Eine Zusammenführung der Familie scheint unmöglich. Müller baut einen Tunnel unter der Mauer in den Osten, dessen Ausgang die Zimmerstr. Nr. 56 ist. Während der Flucht kommt es zu einem tragischen Zwischenfall auf der Ostseite der Mauer bei dem ein Volkspolizist sein Leben verliert. Die Geschichte fußt auf historischem Material.

Tatortskizzen, Radiobeiträge und Fernsehberichterstattungen aus den Tiefen der Archive wurden mit den Originalschauplätzen verknüpft und ermöglichen so eine Reise in die Vergangenheit. 


Design im Bildungskontext: Ein Praxistest

Andrea Scheer, Elias Barrasch

Design in der Schule macht nicht nur den Schülern Spaß, sondern vermittelt vor allem Metakompetenzen wie Empathie, Kreativität und Problemlösungs. Andrea Scheer zeigt, wie Design seinen Platz im Unterricht findet und diesen sogar auf ein nächstes Level bringen kann: von der Einzelarbeit an fiktiven Aufgaben zu Teamwork an realen Problemstellungen.

Die "Fähigkeit zu Innovation" stellt von klein an einen unverzichtbaren Wert dar, um auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorzubereiten. Doch wie können Umfelder der Risikovermeidung, wie sie durch Schule repräsentiert werden, diese Qualifizierungsleistungen zu innovationsfähigen Menschen bewirken? Herausbilden soll sich eine neue Kompetenzkultur, die sich deutlich vom Anforderungsprofil des letzten Jahrhunderts unterscheidet. Im Workshop wird in ein Bildungsformat eingeführt, welches durch Design Thinking eine neue Lernkultur fördert und die dafür bestmöglichen räumlichen Arrangements bereitstellt, neue gesellschaftliche Aufgaben übernimmt und sehr viel stärker als bisher in Netzwerken eingebunden sein wird. 


Das Infocafe – Jugendarbeit im digitalen Zeitalter

Angelika Beranek , Beate Kremser

Jugendarbeit muss sich dem digitalen Zeitalter anpassen. Mit dem Infocafe wird ein mögliches Modell für moderne Jugendarbeit vorgestellt.

Von den Entwicklungsprozessen des digitalen Zeitalters sind neben den Erwachsenen insbesondere die Jugendlichen betroffen. Sie wachsen mit Medien auf und kennen ein Leben ohne Internet kaum mehr. Die üblichen Sozialisationsinstanzen wie Schule und Elternhaus greifen diese Entwicklung oft nicht auf. Medien sind so zu einer eigenständigen Sozialisationsinstanz geworden. Doch auch in den klassischen Settings können diese mit beachtet und bearbeitet werden. Die Peergroup, also die Gleichaltrigen bestimmen maßgeblich mit wie Medien im Alltag der Jugendlichen genutzt werden. An dieser Gruppe der Gleichaltrigen und am Individuum selbst setzt der Ansatz des Infocafes an. Statt der klassischen Ausstattung von Jugendzentren finden die Jugendlichen dort nur Rechner und Spielekonsolen vor. Wir bieten ein umfassendes aktuelles Spieleangebot und einen freien Internetzugang. Das ausschließlich durch Medien geprägtes Umfeld bietet jede Menge Ansatzpunkte um mit Jugendlichen über Medien ins Gespräch zu kommen und einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen zu fördern.