Skip to main content

Kontingenz im Design - ODER: der Dschungel der Möglichkeiten

culture
7 May 17:30 - 18:00
30 minutes
intermediate
German
talk

Thesis:

DesignerInnen haben zwar so viele Möglichkeiten der Gestaltung, wie nie zuvor, sind aber gleichzeitig auch einem dichten Regelwerk ausgesetzt. Wie können wir diese Regeln für unsere Arbeit nutzen? Und wie können wir sie brechen, wenn sie uns unnütz sind?

Beschreibung:

GestalterInnen schöpfen aus Möglichkeiten, um manche von ihnen als Nachkommendes zu manifestieren. Sie beschäftigen sich weder mit Dingen, die unmöglich, noch in ihrer Form genau so notwendig sind, sondern mit jenen, die kontingent - also eben möglich - sind.

 

In einer Zeit, in der sich Mittel und Wege im Design vor allem durch die digitale Revolution um ein Vielfaches potenziert haben, wird es notwendig über diese Möglichkeiten selbst nachzudenken, denn ihr Dickicht ist so schwer zu überschauen, wie nie zuvor. Es darf also nicht wundern, dass auch Normung, Standardisierung und Programme einen fixen Platz im Gestaltungsprozess eingenommen haben, um etwas Ordnung in das Chaos zu bringen. Wir unterliegen ihnen heute nicht nur in der Arbeitswelt, sondern benutzen diese auch um unseren Alltag zu ordnen. In vielen gesellschaftlichen Bereichen sind Normen sogar derart flächendeckend, dass sie ein unsichtbares Regelwerk bilden. Beachtenswert ist dabei, dass sie meist immateriell sind, das heißt wir haben es nicht mehr mit manifesten, sondern auch hier mit konstruierten und somit kontingenten Gegebenheiten zu tun.

 

Sind wir also als GestalerInnen dazu verpflichtet, am Design dieser Regelbildung teilzunehmen? Oder machen wir das bereits? Wie kann man in der Überfülle an Möglichkeiten noch souverän gestalten, wenn es bereits schwierig ist einen Überblick über sie zu behalten? Oder brauchen wir gar keine Souveränität mehr? Ist es einfacher, vielleicht sogar wichtig geworden, den bereits perpetuierten Pfaden zu folgen, um sich im Dschungel der Möglichkeiten durchzuschlagen? Ist es noch durchführbar, Neues zu gestalten oder reicht im Zeitalter des (Post-)Spektakels ein aleatorisches Zusammenspiel unterschiedlicher Parameter, um Ungesehenes zu generieren? Ist es vielleicht genau das, was unsere Zeit ausmacht - eben eine Zeit aus Mash Ups und Remixes? Wo sind uns vorgegebene Skripts und Programme dienlich? Und wo sind sie uns schließlich hinderlich?

 

Die Anomietheorie von Robert King Merton, die vor allem in der Kriminalsoziologie bekannt wurde und mit dem sich die unterschiedlichen Herangehensweisen an legale Grenzen aufzeigen lassen, soll helfen, mögliche (sic!) Antworten zu finden.