Skip to main content

“Eine Technologiewelle rollt durch Afrika.”- #rp13-Speaker Erik Hersman im Interview.

2013-04-09 14:00

Die re:publica begrüßt in diesem Jahr einen von Afrikas einflussreichsten Technologie-Bloggern. Als Mitentwickler der Plattform Ushahidi hat Erik Hersman großen Anteil daran, dass Menschen in gegenwärtigen Krisenregionen konzertiert Nachrichten über Smartbooks und Notebooks verbreiten können. Zudem ist er Gründer des ersten iHubs Nairobis, wo IT-Unternehmer und die Online-Community zusammenkommen.

Erik Hersman wird das erste Mal auf der re:publica zu Gast sein und von seiner Arbeit bei Ushahidi, Afrilabs und dem iHub berichten. Ungeduldig wie wir sind, haben wir ihm jetzt schon mal ein paar kurze Fragen zur Tech-Szene in Afrika gestellt. Seine Antworten deuten eine Art von afrikanischen Eisberg an, und dass Europa bisher nur die Spitze davon gesehen hat. Was sich ausserhalb unserer Sichtweite unterhalb der Wasserlinie verbirgt, wird von Erik Hersman auf der re:publica in Verbindung mit der Global Innovation Lounge präsentiert werden.

Herr Hersman, was tut sich gerade in den Bereichen digitaler Wandel und Innovation in Afrika? Welche Entwicklungen beeindrucken sie am meisten?

Wir sind die Spitze einer Technologiewelle, die über Afrika rollt und Veränderungen in der Arbeitspraxis von Unternehmen, Regierungen und der Gesellschaft allgemein bewirkt. Die Welle ist geprägt von einfachen Mobiltelefonen, einer steigenden Anzahl von Smartphones und dem Internetzugang in jedem Land. Von Kleinunternehmen die den Zahlungsverkehr mit ihren Kunden per Handy regeln bis zu Großunternehmen die ihre Lieferkette durch Handys, Computern und das Netz optimieren: Gerade ist eine aufregende Zeit in den Städten die eine kritische Masse mobilisieren kann, die Dinge verändern kann. Lagos, Kapstadt, Nairobi, Accra – das sind die afrikanischen Städte wo sich das „what’s next out of Africa“ fokussieren wird. Durch das Aufkommen von Tech-Hubs und Labs ist es sehr viel einfacher geworden, das Schaffen der darin arbeitenden EntrepreneurInnen auf dem Kontinent zu verfolgen.

Ich bin  begeistert davon, dass afrikanische Technologieunternehmen Produkte, Dienstleistungen, und Arbeitsmodelle entwickeln, die auch in den Rest der Welt exportiert werden, besonders da der gewöhnliche Eindruck von Afrika ist, dass der Kontinent ausschließlich importiert.

Welche Verbindungen sollten  zwischen Nairobi und Berlin auf der re:publica herausgestellt werden und wie können wir künftig zusammenarbeiten?

Die Anzahl der Tech-Hubs in Arika steigt. Bei der diesjährigen re:publica werden 15 VertreterInnen von 10 verschiedene Tech-Hubs aus Afrika vor Ort sein, alle im Rahmen der AfriLabs Association. Über diese Kontaktpersonen können sich alle einschalten, die interessiert sind an der afrikanischen Tech-Szene.

Was erwarten Sie von der re:publica? Worauf freuen Sie sich?

Ich war noch nie bei der re:publica, aber als Langzeitblogger und Technologe stelle ich es mir als ein europäisches Mash-Up der spannendsten Entwicklungen aus der Szene vor. Ich habe zu wenige Einblicke in die europäische Tech-Welt, deswegen freue ich mich darauf, zu sehen was da das Neueste ist und natürlich darauf, Leute zu treffen, die die Innovation der Region vorantreiben. Außerdem wird es toll zu sehen sein, wer sich für die afrikanische Tech-Community interessiert und Brücken zwischen Europa und Afrika zu bauen.