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#rp13 speaker: Carolina Ödman. Einmal Unendlichkeit und zurück.

2013-03-20 17:00

Die Astrophysikerin und Hackerin Carolina Ödman wird auf der #rp13 über die weltweit vernetzte Astronomie-Community berichten. Sie interessiert sich für Wissenschaftsapps mit API, Open Science sowie für Daten in Statistiken oder als Reflexion der Wirklichkeit in Punktform auf Fotografien gebannt. Durch kollaborative Forschung möchte sie eines Tages fundamentale Fragen des Universums beantworten.

Dabei behilflich sein könnte ihr das weltweit einmalige SKA-Projekt, an dem sie selbst als Wissenschaftlerin beteiligt ist. Zur Einstimmung verrät sie uns heute, wie sie das Verhältnis von Astronomie und Netzgemeinschaft sieht und was das Publikum im Mai erwarten darf.

Frau Ödman, in wie fern hat das Internet in den letzten Jahren ihre Arbeit als Astronomin beeinflusst? Kann eine Community aus Laien Sie tatsächlich bei wissenschaftlichen Projekten der Astronomie unterstützen?

Absolut. Für die Astronomie beginnt gerade eine völlig neue Ära. Die Teleskope werden immer größer und leistungsstärker, was dazu führt, dass die Datenmengen, die wir erhalten geradezu exponentiell ansteigen. Allerdings gibt es auch zu wenige Astronomen, die diese Datenmenge auswerten können.

Es gibt mittlerweile unzählige Doktoranden-Projekte, die alle nur auf Daten aus dem Archiv beruhen. Daher ist die Bürgerbeteiligung als eine zusätzliche Form zur Datenauswertung in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Astronomie hat schon immer auch von den Beobachtungen und dem Input von Hobby- und Amateurastronomen profitiert – denken sie nur an die Menge von Kometen, die eben nicht von professionellen Astronomen erstmals entdeckt wurden. Und genau hier das Netz viel verändert. Es ermöglicht Menschen, die einen Rechner und eine Internetverbindung haben, selbst etwas beizutragen. Gemeinschaftswerkzeuge ploppen überall auf, speziell für die Wissenschaft und Astronomie oder ganz allgemeine – wie GitHub.

Für die heutigen Astronomen macht das die Arbeit aber auch schwieriger im Vergleich zu früheren Generationen. Offene API's und die weltweit vorhandenen Fähigkeiten zu programmieren führen dazu, dass Forscher außerhalb der Astronomen-Szene ihre ganz eigenen Werkzeuge und Forschungsmethoden entwickeln. 

Dürfen wir Ihren Talk auf der re:publica also als Einladung ans Publikum verstehen, mit Ihnen nach den Sternen zu greifen?

Ich würde gerne rüberbringen wie großartig es ist, den Menschen Astronomie und das Wissen darüber zu vermitteln und dabei zu sehen, wie das die Welt verändern kann. Diese Erfahrung würde ich gerne teilen.